War die King Phillip-Street schon eine Oase des Friedens und der Ruhe gewesen, so war die Kirche das sprichwörtliche Paradies innerhalb der Oase.
Aus unerfindlichen Gründen war das Innere der Kirche komplett unversehrt, ein mehr als ungewöhnlicher Anblick, war doch bekannt, dass gerade am Anfang des großen Zehrens sehr viele Menschen den Schutz in der Kirche gesucht hatten und nicht selten waren es Krankenhäuser und Kirchen gewesen, von denen sich ganze Schwärme von Untoten aus im Angriff bewegt hatten.
Doch als die Latina die Türen vorsichtig öffnete, erblickte sie eine still daliegende Kirche. Der Sonnenschein durchstrahlte das festliche Mosaikfenster und zauberte wunderschönes Farbenspiel auf den Boden.
Dieser Ort war geeignet, um zur Ruhe zu kommen und Frieden zu erlangen.
Das lag vor allem an dem wunderschönen Schauspiel von Licht und Pflanzen, denn ein Teil des Daches war heruntergebrochen und hatte sich als Schutt in der Mitte der Kirche verteilt.
Mit dem Sturz war Erde in die Kirche gelangt und nun fand sich inmitten der Kirche, im Mittelgang zwischen den beiden Bankreihen ein Blumenbeet. Farbenprächtig und wunderschön.
Und neben dem Beet sah sie einige Menschen sitzen. Sie waren tot und schienen sich hier, vielleicht vor Erschöpfung, niedergelassen zu haben. Von der Kleidung her und den Resten an Haut, der sich erkennen ließ, handelte es sich um Lateinamerikaner, es war ein Mann, der liebevoll sein kleines Mädchen, seine Tochter, auf dem Arm gehalten hatte, daneben saß die Mutter. Sie waren schon seit vielen Jahren tot und vollkommen unversehrt gestorben. Sie waren auch nicht geplündert worden, als wäre seit Jahren niemand mehr in dieser Kirche gewesen.
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Als Jegor seinen Blick durch das Fernrohr schweifen ließ, erstarrte er – er konnte den wippenden roten, unverkennbaren Haarzopf von Evi erkennen, die sich gerade mit JAckman und Eryn zusammen aus einem Graben erhoben, um gegen drei Kultisten vorzugehen, die sie wahrscheinlich überraschen würden… Der Russe wusste, er konnte den Kampf mit einer kleinen Bewegung seines Zeigefingers entscheiden…!
Howard fand keine weiteren menschlichen Überreste hier oben, konnte aber eine recht frisch wirkende, zerschmetterte Leiche unten finden. Als wäre der Schütze freiwillig in den Tod gesprungen, nachdem er gebissen worden war. Er hatte alle Viere von sich gestreckt und wirkte, als hätte er eine Uniform getragen. Von hier oben wirkte es wie eine militärische Uniform.
Der Flachmann roch seltsam, es war sicherlich kein Schnaps, der sich darin befand. Es roch vielmehr… verfault?
Geändert von Daen vom Clan (23.10.2015 um 20:37 Uhr)